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ZĂŒrichsee
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Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITE

Der ZĂŒrichsee (zĂŒrichdeutsch ZĂŒrisee []) ist ein See in der Schweiz. Er liegt sĂŒdöstlich von ZĂŒrich in den Kantonen ZĂŒrich, St. Gallen und Schwyz.

Der Hauptzufluss des ZĂŒrichsees ist die Linth, die im Tödi-Massiv in den Glarner Alpen entspringt und durch den Kanton Glarus und seit der Linthkorrektion (1807 bis 1816) durch den Walensee und als Linthkanal bei Schmerikon in den ZĂŒrichsee fliesst. Der Hauptabfluss aus dem ZĂŒrichsee in der Stadt ZĂŒrich ist die Limmat, die durch das Limmattal zur Aare fliesst. Als zweiter Seeabfluss in ZĂŒrich dient seit 1642 der Schanzengraben, der anlĂ€sslich der Schleifung der Schanzen der ZĂŒrcher Stadtbefestigungen um 1834 der AuffĂŒllung entging.

Contents

‱ Geographie
‱ Geologie
‱ Klima
‱ Limnologie
‱ Zirkulation
‱ Trophie
‱ Plankton
‱ Geschichte
‱ Pfahlbauten
‱ Freizeit
‱ Wirtschaft
‱ Weinbau
‱ Fischerei
‱ Bilder
‱ Literatur
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Geographie

Das schmale Tal, in dem der See liegt, ist auf der SĂŒdwestseite von den HöhenzĂŒgen des Etzel und des Albis und auf der Nordostseite von der HĂŒgellandschaft des ZĂŒrcher Oberlandes und vom Pfannenstiel flankiert. An beiden TalhĂ€ngen liegen Hangterrassen, die von SeitenmorĂ€nen gebildet worden sind. Der ZĂŒrichsee zĂ€hlt zur Gruppe der Alpenrandseen, die durch die Wechselwirkung der Alpenhebung, der Flusserosion und der letzten Eiszeiten entstanden sind.

Die langgestreckte, leicht gekrĂŒmmte Form des ZĂŒrichsee gleicht ungefĂ€hr einer Banane. Der See ist von Rapperswil bis ZĂŒrich rund 28 Kilometer lang, zusammen mit dem Obersee rund 42 Kilometer. An der breitesten Stelle zwischen StĂ€fa und Richterswil ist der See 3,85 Kilometer breit. Seine tiefste Stelle zwischen Herrliberg und Oberrieden misst 136 Meter Wassertiefe.cite-ref-hw-zh-ch-1-4[1] Die UferlĂ€nge betrĂ€gt 87,6 Kilometer.cite-ref-zsg-3-1[3] Damit ist der ZĂŒrichsee der fĂŒnftgrösste See der Schweiz.

Der ZĂŒrichsee weist bei Rapperswil und der Halbinsel Hurden eine enge Stelle auf, die wegen eines eiszeitlichen MorĂ€nenzuges des so genannten Hurden-Stadiums entstanden ist.cite-ref-4[4] Der durch den Seedamm von Rapperswil vom grösseren Seeteil abgegrenzte Seeteil zwischen Rapperswil und Schmerikon wird Obersee genannt. In der Linthebene zwischen Tuggen, Reichenburg und Uznach bestand bis ins Mittelalter noch der östliche Seeabschnitt, der Tuggenersee, der wegen der grossen Geschiebefracht der Linth im 16. Jahrhundert verlandet ist.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]

Zwischen Rapperswil und PfĂ€ffikon liegen zwei Inseln, die bewohnte Ufenau und die unbewohnte, unter Naturschutz stehende LĂŒtzelau. Das Inselchen Schönenwirt vor Richterswil ist die drittgrösste natĂŒrliche Insel im See.

Entstanden ist der ZĂŒrichsee in seiner heutigen Form nach der letzten Eiszeit, als das Schmelzwasser der Gletscher an der EndmorĂ€ne gestaut wurde.cite-ref-7[7]

Einzugsgebiet und ZuflĂŒsse

Das Einzugsgebiet des ZĂŒrichsees ist 1811 km2 gross und setzt sich zusammen aus 37 % landwirtschaftlicher FlĂ€che, 29 % Wald, 19 % unproduktiven FlĂ€chen, 8 % GewĂ€sser (v. a. Walensee) und 7 % SiedlungsflĂ€chen.cite-ref-2-8-0[8]

Der grösste Zufluss ist der Linthkanal, welcher den Walensee mit dem Obersee verbindet und etwa zwei Drittel des gesamten Zufluss ausmacht. Weitere wichtige ZuflĂŒsse sind die alte Linth, der Linth-Hintergraben, der Goldinger Aabach bei Schmerikon, die Jona bei Rapperswil und die WĂ€ggitaler Aa bei Lachen.cite-ref-1-9-0[9]

FĂŒr den Hochwasserschutz wird 2026 der Entlastungsstollen Sihl-ZĂŒrichsee in Betrieb genommen. Dieser leitet bei extremen Hochwassern bis zu 330 Kubikmeter pro Sekunde von Langnau am Albis nach Thalwil in den ZĂŒrichsee und entschĂ€rft so das Überschwemmungsrisiko der Sihl, insbesondere im Sihlfeld in der Stadt ZĂŒrich. Die ZufĂŒhrung solcher Hochwasserspitzen werden zu Anstiegen des Seepegels von rund 5 Zentimeter fĂŒhren, weshalb ebenfalls die AbflusskapazitĂ€t der Limmat an der MĂŒnster- und RathausbrĂŒcke erhöht wurde.cite-ref-10[10]

‱ ZuflĂŒsse des ZĂŒrichsees

Geologie

In geologischer Hinsicht liegt das westliche Ende des ZĂŒrichsees im Molassebecken des Schweizer Mittellandes. Das Becken wurde im Lauf des TertiĂ€rs mit dem Abtragungsschutt der entstehenden Alpen aufgefĂŒllt, wobei sich die Sedimente in verschiedene Schichten unterteilen lassen. Ablagerungen unter marinen Bedingungen werden als Meeresmolasse, solche unter fluviatilen Bedingungen als SĂŒsswassermolasse bezeichnet.

Von Bedeutung fĂŒr das Gebiet von ZĂŒrich ist die Obere SĂŒsswassermolasse, die in der Zeit vor etwa 16 bis 5 Millionen Jahren abgelagert wurde. Sie setzt sich aus einer Wechsellagerung von harten SandsteinbĂ€nken und weichen Mergelschichten zusammen und tritt insbesondere am Uetliberg sowie an den HĂŒgeln östlich der Stadt zutage. Durch eine Tiefenbohrung wĂŒrde man im Untergrund von ZĂŒrich eine mehr als 1000 m mĂ€chtige Schicht von Molasseablagerungen finden, bevor man auf die Sedimente der Jurazeit stossen wĂŒrde.

Die letzte bedeutende landschaftliche ÜberprĂ€gung erhielt die Region durch den Vorstoss des Rhein-Linth-Gletschers wĂ€hrend der verschiedenen Eiszeiten. Durch den Gletscher wurden bereits existierende Talmulden vertieft und erweitert sowie neue TĂ€ler geschaffen. Das Limmattal und das Glattal sind mit Schottern des Eiszeitalters sowie mit weiteren Sedimenten der Nacheiszeit aufgefĂŒllt. Noch am deutlichsten sichtbar sind die Spuren der WĂŒrm-Vergletscherung. WĂ€hrend des sogenannten Stadiums von ZĂŒrich (vor etwa 20'000 Jahren) entstand der MorĂ€nenwall, der den ZĂŒrichsee im Norden abschliesst. Er wird durch den HöhenrĂŒcken zwischen dem See und dem Sihltal, durch die Höhe beim Lindenhof in der Altstadt und durch das Burghölzli markiert, wĂ€hrend das Sihltal den Schmelzwasserstrom am Rand des Gletschers aufnahm.

Klima

Der ZĂŒrichsee liegt im Bereich der gemĂ€ssigten Klimazone. PrĂ€gend fĂŒr das Klima sind einerseits die Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranfĂŒhren, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), welche meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kĂŒhlere Witterungsphasen bringt, als im Mittel zu erwarten wĂ€ren. Der in den AlpentĂ€lern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine speziellen klimatischen Auswirkungen.

Die Jahresmitteltemperatur an der Messstation der MeteoSchweiz in ZĂŒrich (auf 556 m ĂŒ. M. am Hang des ZĂŒrichbergs und damit 150 m ĂŒber dem Niveau des Stadtzentrums gelegen) betrĂ€gt 8,5 °C, wobei im Januar mit −0,5 °C die kĂ€ltesten und im Juli mit 17,6 °C die wĂ€rmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier 88 Frosttage und 26 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel 30, wĂ€hrend normalerweise drei Hitzetage zu verzeichnen sind. Diese Werte sind relativ niedrig im Vergleich zu anderen Mittellandstationen, was sich aufgrund der Höhenlage der Station erklĂ€ren lĂ€sst. Im Limmattal sind im Jahresmittel deutlich mehr Sommertage und Hitzetage zu erwarten. Die Messstation ZĂŒrich weist im Mittel 1482 Sonnenstunden pro Jahr auf. Die 1136 mm Niederschlag fallen ĂŒber das ganze Jahr verteilt, wobei im Sommerhalbjahr und speziell wĂ€hrend der drei Sommermonate aufgrund der konvektiven NiederschlĂ€ge höhere Mengen gemessen werden als im Winter.

Das Klima ist, vor allem an der GoldkĂŒste von Zollikon ĂŒber KĂŒsnacht bis Meilen, so mild, dass in den GĂ€rten Hanfpalmen (Tessiner Palmen) und Feigen wachsen. Das «Seeklima» begĂŒnstigt am rechten (nördlichen) Seeufer in allen Gemeinden von StĂ€fa bis KĂŒsnacht ZH auch den Weinbau und macht die Gegend zu einer der wichtigsten Weinregionen der Ostschweiz. Das weniger begĂŒnstigte linke (sĂŒdliche) Ufer hat scherzweise den volkstĂŒmlichen Namen PfnĂŒselkĂŒschtecite-ref-11[11] verpasst bekommen.

Limnologie

Zirkulation

Der ZĂŒrichsee (Untersee) ist ein gemĂ€ssigter, monomiktischer See. Im SpĂ€twinter oder FrĂŒhling durchmischt sich der Wasserkörper, wodurch sauerstoffreiches Wasser in die Tiefe und nĂ€hrstoffreiches Wasser in das OberflĂ€chenwasser gelangt. Im Sommerhalbjahr etabliert sich eine ausgeprĂ€gte Temperaturschichtung, mit durchschnittlichen OberflĂ€chentemperaturen von etwa 21 °C. Die Sprungschicht liegt in einer Tiefe von 10–20 Metern, wobei diese im Verlauf des Sommers tendenziell sinkt. Im SpĂ€therbst und Winter setzt mit der AbkĂŒhlung des Wassers erneut eine Zirkulation ein.

Aufgrund der zunehmend milderen Herbst- und Wintertemperaturen kĂŒhlt sich das OberflĂ€chenwasser im SpĂ€therbst verzögert ab. In den letzten Jahrzehnten fĂŒhrte dies vermehrt dazu, dass die winterliche Durchmischung des Wasserkörpers unvollstĂ€ndig blieb. WĂ€hrend der ZĂŒrichsee zwischen 1950 und 1999 in den meisten Jahren bis in Tiefen von ĂŒber 100 m durchmischte, wurde diese Tiefe seit 2000 nur noch etwa jedes zweite Jahr erreicht. Eine unzureichende Zirkulation hindert den Sauerstoffeintrag ins Tiefenwasser und verhindert gleichzeitig den Aufstieg von NĂ€hrstoffen wie Phosphat in oberflĂ€chennahe Schichten, was sich insgesamt nachteilig auf die Lebensbedingungen fĂŒr Fische auswirkt.cite-ref-0-12-0[12]

Im Gegensatz zum Untersee weist der Obersee aufgrund seiner abweichenden Morphologie und der Trennung durch den Seedamm ein anderes thermisches Verhalten auf. Eine ausgeprĂ€gte Schichtung in Epilimnion, Sprungschicht und Hypolimnion bildet sich hier nicht aus. Stattdessen zeigt sich ein annĂ€hernd linearer Temperaturgradient ĂŒber die gesamte Wassertiefe. Diese Unterschiede lassen sich auf die deutlich kĂŒrzere Wassererneuerungszeit von etwa 60 Tagen – im Untersee betrĂ€gt sie rund 440 Tage – sowie auf die im Obersee fehlenden oder schwachen WindverhĂ€ltnisse zurĂŒckfĂŒhren, welche die Ausbildung einer stabilen Schichtung im OberflĂ€chenwasser begĂŒnstigen wĂŒrden.cite-ref-1-9-1[9]

Trophie

Unter natĂŒrlichen Bedingungen wĂ€re der ZĂŒrichsee ein nĂ€hrstoffarmer, oligotropher See. Anzeichen fĂŒr eine Eutrophierung konnten bereits Ende des 19. Jahrhunderts durch AlgenblĂŒten der Burgunderblutalge festgestellt werden. Im 20. Jahrhundert fĂŒhrte das starke Bevölkerungswachstum im Einzugsgebiet und das ZufĂŒhren ungereinigten Abwassers – bis 1960 waren erst rund 26 % der Bevölkerung an eine KlĂ€ranlage angeschlossen – zu einer massiven Phosphorbelastung des Sees, die 1970 mit jĂ€hrlich 203 Tonnen ihren Höchststand erreichte. Seit 1995 bleibt der Phosphorgehalt im See konstant knapp unter 25 ”g/l und erfĂŒllt damit Vorgaben der GewĂ€sserschutzverordnung, bleibt insgesamt jedoch mesotroph.cite-ref-2-8-1[8]cite-ref-1-9-2[9]

Plankton

Anders als in allen anderen Seen im Kanton ZĂŒrich ist das Algenwachstum im ZĂŒrichsee seit 1980 nicht zurĂŒckgegangen. Der RĂŒckgang an Phosphor reduzierte zwar das Wachstum in OberflĂ€chennĂ€he, wodurch jedoch mehr Licht in tiefere Schichten gelangt und dort Wachstum ermöglicht. Davon profitiert insbesondere die Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens), welche fast den gesamten Anteil der Cyanobakterien ausmacht. Treten Cyanobakterien in AlgenblĂŒten auf, können ihre Cyanotoxine eine Gesundheitsgefahr darstellen – insbesondere fĂŒr Hunde, die mit belastetem Wasser in Kontakt kommen. So kam es im Sommer 2021 in Schmerikon zu mehreren TodesfĂ€llen bei Hunden, nachdem diese aus dem Obersee tranken, der lokal durch CyanobakterienblĂŒten belastet war.cite-ref-0-1-13-0[13]

Seeregulierung

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts betrugen die Schwankungen des ZĂŒrichseepegels bis zu zwei Meter. Dies fĂŒhrte in UfernĂ€he oft zu Überschwemmungen. Heute wird der Pegelstand des ZĂŒrichsees kĂŒnstlich reguliert. Die Regulierung erfolgt nicht direkt beim Seeausfluss, sondern knapp zwei Kilometer limmatabwĂ€rts durch das sogenannte Letten- oder Platzspitzwehr des Kraftwerks Letten.cite-ref-14[14]

Die Seeregulierung dient nebst der Stabilisierung des Seepegels der Stromproduktion und dem Hochwasserschutz. Die Wehranlage am Platzspitz leitet zum Teil das Wasser durch den Lettenkanal zum Kraftwerk. Vor einem drohenden Hochwasser kann der Seespiegel kĂŒnstlich abgesenkt werden. Bei Eintreffen des Hochwasserereignisses kann dadurch mehr Wasser im See zurĂŒckgehalten werden. Damit lassen sich Überschwemmungen insbesondere in tiefergelegenen Stadtteilen und im Limmattal verhindern oder reduzieren. Auch wenn die Sihl Hochwasser fĂŒhrt, erfĂŒllt das Lettenwehr eine wichtige Funktion: Es hĂ€lt das Wasser aus dem ZĂŒrichsee etwas zurĂŒck, um dem Wasser der Sihl mehr Raum zu geben. So können SchĂ€den in der Stadt ZĂŒrich, zum Beispiel eine Flutung der unterirdischen Gleisanlagen des Hauptbahnhofs ZĂŒrich, vermieden werden.cite-ref-15[15]

Das heutige Dachwehr wurde zwischen 1949 und 1951 erstellt und ersetzte das auf Höhe Platzspitz vorhandene Nadelwehr.cite-ref-16[16] Das bestehende Wehr soll bis frĂŒhestens 2027 durch ein Sektorwehr ersetzt werden.cite-ref-17[17]

Geschichte

Pfahlbauten

Der ZĂŒrichsee ist reich an Resten prĂ€historischer Pfahlbauten. Im Januar 1854 wurden bei Obermeilen erstmals Überreste von Pfahlbauten gefunden. Der See hatte damals einen sehr niedrigen Wasserstand, was Arbeiten auf dem sonst ĂŒberfluteten Seegrund erlaubte.cite-ref-18[18] SpĂ€ter fanden UnterwasserarchĂ€ologen auch an anderen Orten am ZĂŒrichsee prĂ€historische Siedlungen und Objekte. Die FundstĂ€tten ZĂŒrich-Enge-Alpenquai und Kleiner Hafner in ZĂŒrich, Meilen-Rorenhaab, Erlenbach-Winkel, Freienbach-Hurden-Rosshorn, Freienbach-Hurden-Seefeld, Rapperswil-Jona-Technikum und WĂ€denswil Vorder Au sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes PrĂ€historische Pfahlbauten um die Alpen.

Die Besonderheit der Fundstelle Freienbach-Hurden-Rosshorn besteht darin, dass dort keine Siedlung nachgewiesen wurde, sondern Reste von hölzernen BrĂŒcken zwischen Rapperswil und Hurden. An der Engstelle des ZĂŒrichsees zwischen Rapperswil und Hurden wurden ĂŒber Jahrtausende immer wieder Stege und BrĂŒcken gebaut.

Römische Zeit

Nach der Eroberung durch die Römer um das Jahr 15 v. Chr. lag der ZĂŒrichsee im Grenzbereich der römischen Provinzen Raetia (RĂ€tien) und Germania superior (Obergermanien). An seinen Ufern lagen die römischen Siedlungen Centum Prata (Kempraten) und Turicum (ZĂŒrich). An der Unterwasser-Fundstelle Grosser Hafner in ZĂŒrich, einer ehemaligen Insel, wurde ein römischer Rundtempel aus dem Jahr 122 nachgewiesen.

Mittelalter und Neuzeit

Die HolzbrĂŒcke Rapperswil–Hurden aus dem Jahr 1360 bestand mehr als 500 Jahre lang. Erst im Jahr 1878 wurde sie durch den Seedamm von Rapperswil ersetzt. Die neue HolzbrĂŒcke Rapperswil–Hurden (2001) knĂŒpft an die Tradition der alten HolzbrĂŒcke an.

Am 5. Oktober 1563 wurde eine im Rathaus von ZĂŒrich ausgehĂ€ngte Verordnung fĂŒr Fang, Kauf und Verkauf der Fische des Sees erlassen. Die Fischillustrationen dazu hat der bekannte Maler Hans Aspercite-ref-19[19] geschaffen.cite-ref-20[20]

Überlieferte winterliche Vereisungen

Der ZĂŒrichsee war (entnommen aus einem Bericht eines ZĂŒrcher Seepolizisten) in den folgenden Jahren vollstĂ€ndig zugefroren:cite-ref-21[21]

‱ 1223, 1259, 1262
‱ 1407, 1435,cite-ref-22[22] 1491
‱ 1514, 1517, 1573
‱ 1600, 1660, 1684, 1695
‱ 1709, 1716, 1718, 1740, 1755, 1763, 1789
‱ 1830, 1880, 1891, 1895
‱ 1929, 1963

Seegfrörni 1963

Letztmals fror der See im harten Winter 1962/1963cite-ref-23[23] zu, die Seegfrörni zog Hunderttausende auf die EisflĂ€che. Am 22. Januar 1963 wurde die Schifffahrt auf dem ZĂŒrichsee eingestellt. Am 24. Januar war der ZĂŒrichsee durchgehend mit Eis bedeckt. Die EisflĂ€che des ZĂŒrichsees wurde am 1. Februar 1963 um 12:00 Uhr fĂŒr den Zutritt freigegeben. Zuvor war das Begehen schon im oberen Teil möglich. Vom 20. bis 23. Februar wurde das Eis wegen WĂ€rmeeinbruchs gesperrt und vom 24. Februar bis 8. MĂ€rz 1963 erneut freigegeben. Am 8./9. Februar 1963 wurde fĂŒr EisschnelllĂ€ufer die gereinigte Eisstrasse von ZĂŒrich nach Rapperswil freigegeben. In der Nacht bildeten sich grosse Risse im Eis. Die Eispolizei, Uniformierte auf Schlittschuhen, sorgten fĂŒr Ordnung. Fliegende HĂ€ndler verkauften an die Besucher des Sees. Die Eisdicke betrug am 1. Februar 1963 zwischen 10,5 und 13,5 cm und am 10. Februar 1963 25 cm. Ende MĂ€rz 1963 konnte die Schifffahrt wiederaufgenommen werden.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]

Besiedlung und Bevölkerung

| rechtsseitiges Seeufer 1 (Norden) | linksseitiges Seeufer (SĂŒden) |
|---|---|
| Schmerikon (SG) Rapperswil-Jona (SG) Hombrechtikon (ZH) StĂ€fa (ZH) MĂ€nnedorf (ZH) Uetikon am See (ZH) Meilen (ZH) Herrliberg (ZH) Erlenbach (ZH) KĂŒsnacht (ZH) Zollikon (ZH) | Tuggen (SZ) Wangen (SZ) Lachen (SZ) Altendorf (SZ) Freienbach (SZ) Wollerau (SZ) Richterswil (ZH) WĂ€denswil (ZH) Horgen (ZH) Oberrieden (ZH) Thalwil (ZH) RĂŒschlikon (ZH) Kilchberg (ZH) |
| ZĂŒrich | ZĂŒrich |
| 1 Bezugspunkt fĂŒr «rechtsseitiges Seeufer» ist die Flussrichtung von Linth und Limmat , d. h. das nordöstliche Ufer des ZĂŒrichsees. ZH , SG und SZ bezeichnen die Kantonszugehörigkeit. | 1 Bezugspunkt fĂŒr «rechtsseitiges Seeufer» ist die Flussrichtung von Linth und Limmat , d. h. das nordöstliche Ufer des ZĂŒrichsees. ZH , SG und SZ bezeichnen die Kantonszugehörigkeit. |

Die GesamtflĂ€che des ZĂŒrichsees betrĂ€gt 88,17 kmÂČ, wobei auf den Kanton ZĂŒrich 59,79 kmÂČ, auf den Kanton Schwyz 17,46 kmÂČ und auf den Kanton St. Gallen 10,92 kmÂČ entfallen.

Beide Uferstreifen des ZĂŒrichsees sind vor allem im westlichen Bereich seit dem grossen Bauboom des 20. Jahrhunderts fast lĂŒckenlos mit Wohn- und Gewerbesiedlungen und mit Verkehrsinfrastrukturen ĂŒberbaut.cite-ref-27[27] Die Wohnregion am rechten Ufer im Kanton ZĂŒrich wird aufgrund der besonnten Lage und der ĂŒberdurchschnittlich einkommensstarken Bevölkerungsschicht mit dem Übernamen GoldkĂŒste bezeichnet, wĂ€hrend das Land am linken Seeufer kontrastierend manchmal abwertend PfnĂŒselkĂŒste genannt wird.

Über den ZĂŒrichseegemeinden liegen die HĂŒgel des Zimmerbergs (linkes Ufer) und des Pfannenstiels (rechtes Ufer). Insbesondere der Zimmerberg mit der Region Hirzel im sĂŒdlichsten Zipfel des Kantons ZĂŒrich ist vergleichsweise dĂŒnn besiedelt.

AbhĂ€ngig davon, ob politische Gemeinden oder Ortschaften (Ortsteile) gezĂ€hlt werden, grenzen an den ZĂŒrichsee und den Obersee 31 Ortschaften: Zum Kanton ZĂŒrich gehören 20 (alle am ZĂŒrichsee) und acht zum Kanton Schwyz, davon drei am Obersee, PfĂ€ffikon und Hurden teilweise. Zwei der drei St. Galler ZĂŒrichsee-Gemeinden liegen vollstĂ€ndig am Obersee, wobei das Gemeindegebiet von Rapperswil-Jona mehrheitlich dem Obersee zuzuzĂ€hlen ist.

ZĂŒrich ist das wirtschaftliche Zentrum der ZĂŒrichseeregion. Der Anteil von 4,1 kmÂČ des gesamten Gemeindegebiets von 87,78 kmÂČ entfallen auf den ZĂŒrichsee. Die politische Gemeinde ZĂŒrich – die seit 1989 auch mit dem Bezirk ZĂŒrich deckungsgleich ist – zĂ€hlt rund 450'000 Einwohnercite-ref-28[28]; in der Agglomeration, im so genannten «Millionen-ZĂŒrich», leben 1,33 Mio. Menschen.cite-ref-29[29] Die Metropolregion ZĂŒrich, die grosse Teile des östlichen und zentralen Schweizer Mittellandes umfasst, hat 4,14 Mio. Einwohner.

Die bevölkerungsmÀssig kleinste Anrainerortschaft ist Hurden bei PfÀffikon mit 271 Einwohnern (Stand 2008).

In den Siedlungen rund um den ZĂŒrichsee leben schĂ€tzungsweise 1,2 Mio. Menschen.cite-ref-30[30]

Weitere historisch und kulturell bedeutsame Ortschaften sind u. a. die Rosenstadt Rapperswil, PfÀffikon, WÀdenswil, Horgen, Thalwil, StÀfa und Meilen. (Auflistung unvollstÀndig)

ArchĂ€ologische Funde aus dem ZĂŒrichsee, insbesondere Funde von einfachen und zweckmĂ€ssigen Keramiken aus einer Ufersiedlung, sind namensgebend fĂŒr die Horgener Kultur, eine jungsteinzeitliche Kulturepoche, die zwischen 3500 und 2800 v. Chr. bestanden hatte und durch Feuchtbodensiedlungen und Pfahlbauten gekennzeichnet ist. Benannt ist die Kultur nach ihrem ersten Fundort, Horgen-Scheller am ZĂŒrichsee, weitere wichtige Fundstellen sind Sipplingen am Bodensee oder Bad Buchau am Federsee.

Tourismus und Verkehr

AnfÀnge des Schiffsverkehrs

Die AnfĂ€nge des Schiffsverkehrs auf dem ZĂŒrichsee dĂŒrften bis zur frĂŒhest nachweisbaren Besiedlung seiner Ufer vor rund 6'000 Jahren zurĂŒckreichen. Historisch gesichert ist, nach Eroberung des von keltischen Helvetiern besiedelten Gebiets um 15 v. Chr., die Errichtung eines römischen Zollpunkts beim vicus Turicum (ZĂŒrich). Dieser sicherte auf der Wasserstrasse Walensee–ZĂŒrichsee den Handelsverkehr zwischen den römischen Provinzen Gallia Belgica respektive Germania superior und Raetia.

Der Wasserweg gewann im frĂŒhen Mittelalter zunehmend an Bedeutung, als wichtige Verbindung im internationalen GĂŒterverkehr in Richtung Walensee und BĂŒndnerpĂ€sse. Neben dem Transitverkehr entwickelte sich zunehmend auch der Pilgerverkehr nach Einsiedeln, und der See wurde von lokalen HĂ€ndlern auf dem Weg zum Markt nach ZĂŒrich benutzt, darĂŒber hinaus ĂŒber die Limmat in den Rhein (Hirsebreifahrt).

Warentransport heute

Seine wichtige Rolle als Transportachse hat der See verloren. Noch immer werden aber schwere MassengĂŒter auf dem Wasser transportiert. Die Ledischiff genannten TransportkĂ€hne können die Fracht von 50 Lastwagen laden. JĂ€hrlich werden 300'000 Tonnen Kies, Sand und Steine transportiert – in den 1970er-Jahren war es noch mehr als drei Mal so viel gewesen.cite-ref-31[31] Die Kibag verfĂŒgt ĂŒber mehrere Ladequais, unter anderem in der Stadt ZĂŒrich in Wollishofen.

Tourismus auf dem ZĂŒrichsee

Der Rorschacher BĂŒrger Franz Carl Caspar, GrĂŒnder der «Dampfschiffahrtsgesellschaft fĂŒr den Bodensee und Rhein», war auch daran interessiert, auf dem ZĂŒrichsee und dem Walensee die Dampfschifffahrt einzufĂŒhren, zusammen mit dem Schaffhauser Johann Jakob LĂ€mmlin als technischem Fachmann. Die beiden Pioniere grĂŒndeten am 19. MĂ€rz 1834 die Gesellschaft «Caspar und LĂ€mmlin, Unternehmer der Dampfschifffahrt auf dem ZĂŒrcher- und Walensee». Die Minerva nahm als erster ZĂŒrichseedampfer am 19. Juli 1835 ihren Betrieb auf. Sie war in England konstruiert und in den WerkstĂ€tten von Escher, Wyss & Cie. in ZĂŒrich fertiggestellt worden.cite-ref-32[32]

Aus dieser ersten touristischen Erschliessung des ZĂŒrichseegebiets entstand die heutige ZĂŒrichsee-Schiffahrtsgesellschaft (ZSG, seit 1957), deren Flotte aus insgesamt 17 Schiffen (Stand 2007) auf dem ZĂŒrichsee, dem Obersee und auf der durch die Stadt ZĂŒrich fĂŒhrenden Limmat den fahrplanmĂ€ssigen, ganzjĂ€hrigen Personenverkehr garantiert.

Auf den Kursschiffen sind die ĂŒblichen ZVV-Zonenbilette gĂŒltig. Dies schliesst auch den Personentransport bei der selbstĂ€ndig auftretenden ZSG-Limmatschifffahrt und der eigenstĂ€ndigen ZĂŒrichsee-FĂ€hre Horgen–Meilen ein.

FĂ€hrbetrieb

Eine wichtige Querverbindung fĂŒr den Personen- und motorisierten Verkehr sind die fĂŒnf AutofĂ€hren der ZĂŒrichsee-FĂ€hre Horgen-Meilen AG von Horgen nach Meilen. Sie beförderten im Jahr 2007, ĂŒblicherweise im Zehnminutentakt, 2'247'348 Personen, 1'277'038 Personenwagen und 89'034 Lastwagen auf ihrer rund drei Kilometer langen Route.

Weitere durchgĂ€ngig Personen-Schiffe im regelmĂ€ssigen Pendelbetrieb ĂŒber den ZĂŒrichsee verkehren zwischen Richterswil, WĂ€denswil, StĂ€fa und MĂ€nnedorf, weiter zwischen Thalwil, Erlenbach und KĂŒsnacht, sowie unregelmĂ€ssig zwischen Rapperswil und der Insel Ufenau.

Die Rundfahrt der StadtzĂŒrcher Limmatschiffe (Betreiberin ist die ZSG) fĂŒhrt auf der Limmat vom Landesmuseum aus bis zum BĂŒrkliplatz und weiter nach Wollishofen und zum ZĂŒrichhorn. ZusĂ€tzlich wird mit den Limmatschiffen auch die Haltestelle Hafen Enge bedient.

SchifflÀnden

Orte mit SchifflĂ€nde der Personenschifffahrt, zuerst Obersee, dann von SĂŒden nach Norden

| Name | Ufer | Lage | Kt. | ⊙ | Bild | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schmerikon (See) | rechts (Obersee) | Schmerikon | SG | !508.9403395547.2246485 47.224648 8.940339 | | |
| Lachen SZ (See) | rechts (Obersee) | Lachen SZ | SZ | !508.8502185547.1937715 47.193771 8.850218 | | |
| Altendorf Seestatt | links (Obersee) | Altendorf | SZ | !508.8325405547.1949945 47.194994 8.83254 | BW | |
| Rapperswil SG Hochschule (See) | rechts (Obersee) | Rapperswil | SG | !508.8164525547.2223915 47.222391 8.816452 | BW | |
| PfÀffikon SZ (See) | rechts | PfÀffikon SZ | SZ | !508.7751745547.2079275 47.207927 8.775174 | | |
| Richterswil (See) | links | Richterswil : beim Bahnhof Richterswil | ZH | !508.7073715547.2091335 47.209133 8.707371 | | |
| Insel Ufenau | | PfÀffikon SZ : Insel Ufenau | SZ | !508.7766105547.2180255 47.218025 8.77661 | | |
| Rapperswil SG (See) | rechts | Rapperswil : beim Bahnhof Rapperswil SG | SG | !508.8136765547.2257385 47.225738 8.813676 | | |
| WĂ€denswil (See) | links | WĂ€denswil : beim Bahnhof WĂ€denswil | ZH | !508.6753705547.2301275 47.230127 8.67537 | | |
| Uerikon (See) | rechts | Uerikon | ZH | !508.7582375547.2335835 47.233583 8.758237 | BW | |
| StÀfa (See) | rechts | StÀfa | ZH | !508.7184605547.2387165 47.238716 8.71846 | | |
| Halbinsel Au | links | Au ZH : Halbinsel Au | ZH | !508.6487555547.2504545 47.250454 8.648755 | BW | |
| MĂ€nnedorf (See) | rechts | MĂ€nnedorf | ZH | !508.6891185547.2528355 47.252835 8.689118 | | |
| Uetikon am See (See) | rechts | Uetikon am See | ZH | !508.6756125547.2586245 47.258624 8.675612 | | |
| Horgen Autoquai | links | Horgen | ZH | !508.6045735547.2592885 47.259288 8.604573 | | fĂŒr ZĂŒrichsee-FĂ€hre |
| Horgen (See) | links | Horgen | ZH | !508.5975435547.2619175 47.261917 8.597543 | | |
| Meilen (See) | rechts | Meilen | ZH | !508.6403395547.2676395 47.267639 8.640339 | | |
| Meilen Autoquai | rechts | Meilen | ZH | !508.6385865547.2680255 47.268025 8.638586 | | fĂŒr ZĂŒrichsee-FĂ€hre |
| Oberrieden (See) | links | Oberrieden | ZH | !508.5818995547.2786465 47.278646 8.581899 | | |
| Herrliberg (See) | rechts | Herrliberg | ZH | !508.6098755547.2835135 47.283513 8.609875 | | |
| Thalwil (See) | links | Thalwil | ZH | !508.5681785547.2967795 47.296779 8.568178 | BW | |
| Erlenbach ZH (See) | rechts | Erlenbach | ZH | !508.5893885547.3030845 47.303084 8.589388 | | |
| KĂŒsnacht ZH Heslibach | rechts | KĂŒsnacht : Heslibach | ZH | !508.5844725547.3084155 47.308415 8.584472 | | |
| RĂŒschlikon (See) | links | RĂŒschlikon | ZH | !508.5584485547.3098895 47.309889 8.558448 | | |
| KĂŒsnacht ZH (See) | rechts | KĂŒsnacht , beim Bahnhof KĂŒsnacht ZH | ZH | !508.5783185547.3190805 47.31908 8.578318 | | |
| Kilchberg ZH (See) | links | Kilchberg | ZH | !508.5518725547.3226265 47.322626 8.551872 | | |
| Zollikon (See) | rechts | Zollikon | ZH | !508.5674185547.3391125 47.339112 8.567418 | | |
| ZĂŒrich Wollishofen (See) | links | ZĂŒrich Wollishofen | ZH | !508.5367935547.3455215 47.345521 8.536793 | | |
| ZĂŒrich Landiwiese | links | ZĂŒrich | ZH | !508.5364055547.3488015 47.348801 8.536405 | | keine Kursschiffe |
| ZĂŒrich Tiefenbrunnen (See) | rechts | ZĂŒrich : beim Bahnhof ZĂŒrich Tiefenbrunnen | ZH | !508.5606855547.3499505 47.34995 8.560685 | | |
| ZĂŒrichhorn (See) | rechts | ZĂŒrich : ZĂŒrichhorn | ZH | !508.5531185547.3526895 47.352689 8.553118 | | |
| ZĂŒrich Bellevue (See) | rechts | ZĂŒrich: am Utoquai, beim Bellevue | ZH | !508.5449385547.3654675 47.365467 8.544938 | BW | |
| ZĂŒrich BĂŒrkliplatz (See) | links | ZĂŒrich: beim BĂŒrkliplatz | ZH | !508.5410855547.3657255 47.365725 8.541085 | | |

Eisenbahn- und Fahrzeugverkehr

1895 verkehrte die erste Dampfeisenbahn am Bahnhof Rapperswil, als Knotenpunkt der Bahnlinien von Rapperswil nach RĂŒti und von Rapperswil dem Obersee entlang nach Schmerikon.

Über den Seedamm von Rapperswil fĂŒhrt seit 1878 die Bahnstrecke der SOB und die Strasse nach PfĂ€ffikon SZ.

Der legendĂ€re Arlberg-Orient-Express fuhr eine Zeit lang von Bukarest, Budapest, Wien und die Arlbergbahn am ZĂŒrichsee entlang nach ZĂŒrich und weiter nach Basel, Paris und Calais. Die beiden Bahnlinien links und rechts des ZĂŒrichsees entstanden 1875 respektive 1894.

Freizeit

FussgÀnger/Wanderer

Bei schönem Wetter sind die Seepromenaden Ziel vieler SpaziergĂ€nger, besonders auf dem Gebiet der Stadt ZĂŒrich.cite-ref-33[33]

Am ZĂŒrichsee wurden im 19. und 20. Jahrhundert grossflĂ€chige AufschĂŒttungen zur Landgewinnung und Uferbefestigungen erstellt.cite-ref-34[34] Die GewĂ€sser sind in der Schweiz öffentlich. Dies ist im ZGB (Art. 664) und im Raumplanungsgesetz des Bundes (Art. 3) festgehalten. Trotzdem ist ein Grossteil des Seeufers fĂŒr die Öffentlichkeit nicht zugĂ€nglich. Ein Wanderweg rund um den ZĂŒrichsee existiert nicht, es bestehen nur TeilstĂŒcke davon.cite-ref-35[35] Seit vielen Jahren wird um den Seeuferweg politisch debattiert. Eine Volksinitiative fordert bis 2050 die Erstellung eines durchgehenden Uferwegs auf dem Gebiet des Kantons ZĂŒrich.cite-ref-36[36]cite-ref-37[37]

Der ZĂŒrichsee-Rundweg Nr. 84 von SchweizMobil fĂŒhrt in 10 Etappen rund um den ZĂŒrichsee. Der Weg kann jedoch nicht als Uferweg bezeichnet werden, da er, besonders entlang der GoldkĂŒste, oberhalb der Dörfer entlang fĂŒhrt.cite-ref-38[38]

Wassersport

In den Sommermonaten ist das Verkehrsaufkommen auf dem ZĂŒrichsee gross; Schwimmer, Taucher, private Wasserfahrzeuge und Kursschiffe mĂŒssen sich den Platz teilen. In vielen Gemeinden rund um den See gibt es öffentliche Badeanstalten.

Im Kanton ZĂŒrich sind fast 12'000 Wasserfahrzeuge zugelassen:

‱ ca. 5800 Motorschiffe
‱ ca. 2100 Segelschiffe mit Motor
‱ ca. 2200 Segelschiffe ohne Motor
‱ ca. 1400 Ruderboote

Wirtschaft

Trinkwasserversorgung

Der See ist eine wichtige Trinkwasserquelle fĂŒr die Region. Mit neun Wasserwerken werden allein 40 % des Trinkwasserbedarfs des Kantons ZĂŒrich gedeckt. Rund 152 Millionen Liter Wasser werden dem See im Kanton ZĂŒrich tĂ€glich fĂŒr die Trinkwasserversorgung entnommen. Übers ganze Jahr belĂ€uft sich die Entnahme in etwa auf 78 Millionen Kubikmeter oder zwei Prozent des Wasservolumens des Sees.cite-ref-39[39]

Weinbau

→

Hauptartikel

:

Weinbau am ZĂŒrichsee

Der See und der Föhn im Herbst begĂŒnstigen das Anbaugebiet am ZĂŒrichsee. Rund um den See kann Wein angebaut werden, zumeist die Rebsorten Riesling, Silvaner, RĂ€uschling, Blauburgunder und Completer.cite-ref-40[40]

StĂ€fa am rechten Seeufer gilt mit 50 Hektaren als die grösste Weinbaugemeinde des Kantons ZĂŒrich, auch in Meilen und Herrliberg gibt es noch einige Rebberge. Am linken Seeufer steht auf der Halbinsel Au das Weinbaumuseum Au.cite-ref-41[41] In WĂ€denswil befinden sich das Kompetenzzentrum des Bundes fĂŒr landwirtschaftliche Forschung Agroscope und das Departement Life Sciences und Facility Management der ZĂŒrcher Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften, in dem Winzer, Önologen und Kellermeister ausgebildet werden.cite-ref-wein-42-0[42]

Die Römer brachten den Wein vor rund 2000 Jahren ĂŒber die Alpen nach ZĂŒrich und damit auch das Wissen ĂŒber den Anbau. Funden zufolge haben bereits die Römer am ZĂŒrichseeufer RebgĂ€rten bewirtschaftet.cite-ref-wein-42-1[42]

Fischerei

→

Hauptartikel

:

Fischerei auf dem ZĂŒrichsee

Bilder

Literatur

‱ Peter Ziegler: ZĂŒrichsee. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
‱ Albert Schoch: BeitrĂ€ge zur Siedelungs- und Wirtschaftsgeographie des ZĂŒrichseegebietes. In: Jahresberichte der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in ZĂŒrich. Band 17, 1916–1917 (Digitalisat).
‱ Peter Bossard, Sonja Gammeter, Christine Lehmann et al.: Limnological description of the Lakes ZĂŒrich, Lucerne, and Cadagno. In: Aquatic Sciences. 63, 3, September 2001, S. 225–249, doi:10.1007/PL00001353, online bei researchgate.net.

Siehe auch
Weblinks

Commons

: ZĂŒrichsee

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Commons

: Obersee

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: ZĂŒrichsee

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ ZĂŒrichsee (ZĂŒrich), ZĂŒrichsee (St. Gallen), ZĂŒrichsee (Schwyz) auf der Plattform ETHorama
‱ Faktenblatt zur WasserqualitĂ€t, Bundesamt fĂŒr Umwelt, 1. Juli 2016 (PDF; 428 kB)

Einzelnachweise

cite-note-hw-zh-ch-11. ZĂŒrichsee auf der Website der Baudirektion des Kantons ZĂŒrich, abgerufen am 5. MĂ€rz 2017.
cite-note-bafu-21. Seen (Bundesamt fĂŒr Umwelt BAFU). In: geo.admin.ch. Abgerufen am 19. Januar 2020.
cite-note-zsg-33. Der ZĂŒrichsee. ZĂŒrichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG), abgerufen am 27. MĂ€rz 2017.
cite-note-44. ↑ RenĂ© Hantke: Die spĂ€twĂŒrmeiszeitlichen Stadien auf der schweizerischen Alpennordseite. In: Quaternary Science Journal. 21, 1970, S. 71–80, doi:10.3285/eg.21.1.06.
cite-note-55. ↑ Jakob GrĂŒninger: Aus dem Werden der Linthebene. In: 23. Jahrbuch des Kantonalen Lehrervereins St. Gallen. 1939.
cite-note-66. ↑ Walter Drack, Rudolf Moosbrugger-Leu: Die frĂŒhmittelalterliche Kirche von Tuggen. In: Zeitschrift fĂŒr Schweizerische ArchĂ€ologie und Kunstgeschichte. 1960, S. 176–216.
cite-note-77. ↑ Conrad Schindler: Zum QuartĂ€r des Linthgebiets (= BeitrĂ€ge zur geologischen Karte der Schweiz. Lieferung 169). Swisstopo Wabern BE, Bern 2004. Terra plana, Zeitschrift fĂŒr Kultur, Geschichte, Tourismus und Wirtschaft, 3, 2005, SarganserlĂ€nder Druck AG Mels. Denkmalpflege und ArchĂ€ologie im Kanton St. Gallen 1997–2003, S. 340 ff.
cite-note-2-88. ↑ Dr. Pius Niederhauser, Dr. Barbara KĂ€nel, Dr. Walo Meier: WasserqualitĂ€t der Seen, FliessgewĂ€sser und des Grundwassers im Kanton ZĂŒrich. Hrsg.: AWEL Amt fĂŒr Abfall, Wasser, Energie und Luft. 2006, S. 15 f. (zh.ch [PDF]).
cite-note-1-99. ↑ Faktenblatt Der ZĂŒrichsee - Zustand bezĂŒglich WasserqualitĂ€t. Bundesamt fĂŒr Umwelt BAFU Abteilung Wasser, 1. Juli 2016, S. 3 f. (admin.ch [PDF]).
cite-note-1010. ↑ Hochwasserschutz an Sihl, ZĂŒrichsee und Limmat. Baudirektion Kanton ZĂŒrich, AWEL Amt fĂŒr Abfall, Wasser, Energie und Luft, ZĂŒrich Oktober 2017 (zh.ch [PDF]).
cite-note-1111. ↑ Heinz Gallmann: ZĂŒrichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Neue ZĂŒrcher Zeitung, ZĂŒrich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 343.
cite-note-0-1212. ↑ Amt fĂŒr Abfall, Wasser, Energie und Luft - Sektion OberflĂ€chengewĂ€sserschutz (Hrsg.): Wasser und GewĂ€sser 2022 - Hauptbericht. ZĂŒrich Januar 2023, S. 86 f. (zh.ch [PDF]).
cite-note-0-1-1313. ↑ Amt fĂŒr Abfall, Wasser, Energie und Luft - Sektion OberflĂ€chengewĂ€sserschutz (Hrsg.): Wasser und GewĂ€sser 2022 - Hauptbericht. ZĂŒrich Januar 2023, S. 82–85.
cite-note-1414. ↑ Amt fĂŒr Abfall, Wasser, Energie und Luft: HochwasserrĂŒckhalt & Seeregulierung. In: Kanton ZĂŒrich. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
cite-note-1515. ↑ Bundesamt fĂŒr Umwelt: Faktenblatt ZĂŒrichseeregulierung
cite-note-1616. ↑ Adi KĂ€lin: Wo der Wasserstand des ZĂŒrichsees bestimmt wird. In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 1. Februar 2019.
cite-note-1717. ↑ Erneuerung Platzspitzwehr. Kanton ZĂŒrich, abgerufen am 17. Juli 2022.
cite-note-1818. ↑ Pfahlbau-JubilĂ€um in der Schweiz swissinfo.ch, 26. Februar 2004.
cite-note-1919. ↑ Theodor von Liebenau: Geschichte der Fischerei in der Schweiz. Bern 1897, S. 115.
cite-note-2020. ↑ Heinrich Grimm: Neue BeitrĂ€ge zur «Fisch-Literatur» des XV. bis XVII. Jahrhunderts und ĂŒber deren Drucker und BuchfĂŒhrer (= Archiv fĂŒr Geschichte des Buchwesens. Band 62). In: Börsenblatt fĂŒr den Deutschen Buchhandel. Frankfurter Ausgabe. Nr. 89, 5. November 1968, S. 2871–2887, hier: S. 2882.
cite-note-2121. ↑ Die Jahre 1223 bis 1963 (ausser 1435) wurden zitiert aus Bericht Seegfrörni ZĂŒrichsee 1963. Historische Seegfrörni ZĂŒrichsee (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) (Aufgerufen am 20. Januar 2011)
cite-note-2222. ↑ 1435 laut Werner Dobras: Seegfrörne. Die spannende Geschichte der Seegfrörnen von 875 bis heute. 2., verĂ€nderte Auflage. Stadler Verlagsgesellschaft, Konstanz 1992, ISBN 3-7977-0266-3, S. 10 f. Nach einer hier erwĂ€hnten Chronik fror der ZĂŒrichsee (ebenso wie der Bodensee) 1435 zu.
cite-note-2323. ↑ Julia HĂŒbner: Vom Ausnahmeereignis der Seegfrörni Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 1. Februar 2023
cite-note-2424. ↑ Seegfrörni 1962/1963 Website des Sicherheitsdepartements der Stadt ZĂŒrich.
cite-note-2525. ↑ Die entscheidenden Daten der Seegfrörni 1963. Website von Georg Wick, abgerufen am 20. Januar 2011.
cite-note-2626. ↑ Bilder vom zugefrorenen ZĂŒrisee 1963 auf bĂŒrkliplatz.ch, abgerufen am 20. Januar 2011.
cite-note-2727. ↑ Landschaftszersiedelung Schweiz – Quantitative Analyse 1935 bis 2002 und Folgerungen fĂŒr die Raumplanung. Wissenschaftlicher Abschlussbericht. Nationales Forschungsprogramm 54. ZĂŒrich 2008.
cite-note-2828. ↑ HĂ©lĂšne Arnet: Die Einwohnerzahl ist so hoch wie nie, viele Paare sind kinderlos. In: Tages-Anzeiger. 13. Februar 2024.
cite-note-2929. ↑ Agglomeration ZĂŒrich. In: Statistisches Jahrbuch der Stadt Zurich. 2017, S. 424.
cite-note-3030. ↑ Im Einzugsgebiet des ZĂŒrichsees inkl. Walensee leben 1'564'000 (Stand 2005). Quelle: Amt fĂŒr Umwelt und Energie (AFU) des Kantons St. Gallen.
cite-note-3131. ↑ Walter Bernet: GemĂ€chlich, aber effizient. In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 29. August 2012, abgerufen am 18. Februar 2024.
cite-note-3232. ↑ Anne-Marie Dubler; Charlotte Kunz Bolt: Schiffbau. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). 17. November 2014, abgerufen am 29. April 2024.
cite-note-3333. ↑ Seepromenade – Der beliebte Spazierweg am ZĂŒrichsee. Stadt ZĂŒrich.
cite-note-3434. ↑ Um die UfergrundstĂŒcke am ZĂŒrichsee wurde oft gestritten – das könnte bald vorbei sein In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 29. Januar 2018.
cite-note-3535. ↑ Die Initiative fĂŒr einen durchgehenden Seeuferweg hat im Kantonsrat keine Chance – so sieht die RealitĂ€t fĂŒr SpaziergĂ€nger aus. In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 30. September 2023.
cite-note-3636. ↑ Website der Uferinitiative.
cite-note-3737. ↑ Rainer Hank: Freies Seeufer fĂŒr alle? In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 18. Februar 2024.
cite-note-3838. ↑ ZĂŒrichsee-Rundweg Nr. 84. SchweizMobil.
cite-note-3939. ↑ Jan Hudec: Eigentlich wĂ€re es gar nicht nötig, Wasser zu sparen. In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 7. August 2018, S. 18 f., abgerufen am 10. August 2018.
cite-note-4040. ↑ Typische ZĂŒrichseetrauben. In: r3-wein.ch. Archiviert vom Original am 31. Oktober 2013; abgerufen am 11. Mai 2010.
cite-note-4141. ↑ Website des Weinbaumuseums Au.
cite-note-wein-4242. ↑ Weinbaukurs – Weinbau in Theorie und Praxis. ZĂŒrcher Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften, abgerufen am 18. Februar 2024.